Hollywood (Hollywood A.D.) 7-18

Regie: David Duchovny
Buch: David Duchovny
Hauptdarsteller:

David Duchovny (Fox Mulder)

     Gillian Anderson (Dana Scully)
     Mitch Pileggi (Director Walter Skinner)
Nebendarsteller: Garry Shandling (sich selbst)
  Tea Leoni (sich selbst)
  Harris Yulin (Cardinal O`Fallon)
  Wayne Federman (sich selbst)
  Paul Lieber (Micah Hoffman)
Handlung: Eine X-Akte wird zum Stoff eines Hollywood-Films, doch Mulder und Scully finden ihren Fall und sich selbst, völlig verzerrt auf der großen Leinwand wieder.
     
Eine Schießerei ergibt sich, nachdem der als FBI-Agent verkleidete Schauspieler Garry Shandling auf einem behelfsmäßig eingerichteten Friedhof seine Waffe lädt und einen Tonschale unter seinen Arm klemmt. Ein Priester, gekleidet wie ein katholischer Kardinal, hält die Schauspielerin Tea Leoni, die eine rote Perücke trägt, mit vorgehaltener Waffe unter Kontrolle. Dieser "Zigaretten rauchende Hohepriester" redet Shandling mit "Mulder" an und bietet ihm an, "Scully" gegen die Schale auszutauschen. Shandling warnt den Priester, daß wenn die Schale des Lazarus zerstört wird, alle Zombies, die der Priester zum Angriff bereithält, wieder zu normalen Menschen werden. Einer der Zombies tritt hervor und bittet Shandling: "Komm schon, zerbrich nicht die Schale. Wir wollen nicht wieder tot sein - kein Essen, keine Frauen, kein Tanz." Der Zombie bietet Shandling an, ihn zum König der Toten zu machen, doch dieser lehnt es ab und bringt zum Ausdruck, daß er "lieber im Himmel dienen würde, als in der Hölle zu regieren". Daraufhin wirft er die Schale des Lazarus hoch in die Luft, so daß Leoni den Priester entwaffnen kann. Als Shandling auf sie zuspringt, versucht einer der Zombies, die Schale zu retten. Shandling und Leoni fallen den Berg hinunter in einen offenen Sarg. Als "Mulder" auf "Scully" liegt, gesteht er ihr nach sieben Jahren seine Liebe und küsst sie leidenschaftlich. Die Szene auf dem Friedhof, so stellt sich heraus, ist Bestandteil eines Kinofilms. Das gutgekleidete Publikum schaut den Film, darunter auch Shandling und Leoni, sowie auch die echte Scully, die völlig fassungslos auf die große Leinwand schaut. Neben ihr sitzt der echte Mulder, der seinen Kopf in unterwürfiger Erniedrigung gesenkt hat. Er schaut über den Durchgang zu Skinner, der wie eine Honigkuchenpferd grinst. Skinner hebt seine Arme, schaut Mulder an, und zuckt unschuldig mit den Achseln. Achtzehn Monate zuvor. Skinner ruft Mulder und Scully beruft Mulder und Scully in sein Büro wegen eines Bombenanschlags in der Krypta einer Kirche im US-Bundesstaat Columbia. Wayne Federman, ein Drehbuchautor und alter Freund Skinners aus Collegezeiten lauscht der Unterhaltung, doch sein klingelndes Telefon und die Kommentare, die er auf sein Diktiergerät spricht, stören das Gespräch. Skinner weist die Agenten an, Federman zu erlauben, ihre Untersuchungen zu verfolgen, da er Nachforschungen für sein neuestes Skript anstellen will. Mulder befragt den Kardinal O`Fallon über den Vorfall. Die Krypta enthält nur Relikte und Dokumente, jedoch nichts von monetärem Wert. Plötzlich klingelt ein Telefon und Mulder schaut sofort missbilligend auf Federman. Das Klingeln kommt jedoch von einem Telefon, daß von einer Leiche unter den Trümmern gehalten wird. Mulder identifiziert den Leichnam als den eines seiner Idole, Micah Hoffman, einem Revolutionär einer Gegenkultur aus den Sechziger Jahren. Federman folgt Mulder und Scully zu Hoffmans Apartment, wo sie nicht nur auf Material zur Herstellung von Bomben stoßen, sondern auch auf Schmiedeinstrumente und gefälschte religiöse Dokumente, die das Leben Christus auf der Erde nach seiner Auferstehung beschreiben. Als sie in die Krypta zurückkehren, teilt Federman Mulder mit, daß er die hinterhältige Arbeitsweise der Agenten sehr schätzt. "Kein Durchsuchungsbefehl, keine Erlaubnis, keine Nachforschungen - Sie sind wie Studiobosse mit Waffen", sagt er. Während Mulder Überreste von Hoffmans Fälschungen entdeckt, beobachtet Federman erstaunt, wie menschliche Knochen lebendig versuchen, eine zerbrochene Keramik wieder zusammenzusetzen. Er erzählt während des Frühstücks in einem Diner von seiner Beobachtung, und Scully glaubt, daß er an Halluzinationen leidet. Da Federman inzwischen genug "Aromen" für seinen Film hat, beschließt er, zu gehen. Scully gibt zu, daß seine Geschichte sie an ein altes katholisches Schulmärchen erinnert, in dem Jesus Lazarus aus dem Tode wiederauferstehen ließ. Seine Zaubersprüche wurden auf eine Schale eingraviert, die auf ein Rad in der Nähe gesponnen wurde, wie die Rillen auf einer Schallplatte. Mulder ist von dieser Vorstellung fasziniert und schickt Scully zur Beratung zu ihrem Freund und Experten Chuck Berks. Chuck untersucht die Schale und findet heraus, daß alle Noten in exakt dem gleichen Klang vibrieren - ein Meisterwerk, das in der Musik beispiellos ist. In der Zwischenzeit gibt der Kardinal niedergeschlagen zu, daß er die Fälschungen von Hoffman erstanden hatte und die Absicht hatte, sie zu verstecken, da er von ihrer Echtheit überzeugt war. Der Kardinal hoffte, andere vor der Verzweiflung und der Wut, die er fühlte, als er die Dokumente las, zu beschützen. Mulder ruft Scully an und bittet sie, Hoffmans Autopsie durchzuführen, da er vermutet, daß der Kardinal ihn vielleicht ermordet hat, weil er ihn wegen der gefälschten Dokumente erpresst hat. Federman ruft Mulder auf seinem Handy an und lädt ihn nach Hollywood ein, um die Dreharbeiten am Film, der auf den X-Akten basiert, zu verfolgen. Mulder ist ein bisschen geschmeichelt, doch sein Interesse ist gedämpft, als er erfährt, daß während Scully und Skinner von Tea Leoni und Richard Gere gespielt werden, Mulder von Garry Shandling dargestellt wird. Im Leichenschauhaus zerschneidet Scully Hoffmans Herz, als der Leichnam sich plötzlich aufsetzt. "Ich werde das brauchen, wenn Sie damit fertig sind", sagt Hoffman, als er vom Tisch hüpft und sich schüttelt. Scully steht mit offenem Mund dar und streckt ihre Hand aus, um ihn mit ihrem Skalpell zu berühren. Hoffman warnt sie, es nicht zu tun, woraufhin sie das Skalpell fallen läßt. Sie hebt es auf und schaut wieder hoch, doch der Leichnam liegt wieder auf dem Tisch. Sie führt ihre Halluzination auf ihre Müdigkeit zurück. Später erscheint Mulder und Scully erzählt ihm, daß Hoffmans Magen mit Rotwein und Strychnin gefüllt war. Mulder vermutet, daß der Kardinal ihn mit Kommunionswein vergiftet hat. Als Mulder und Scully mit einem Haftbefehl auftauchen, hält Kardinal O`Fallon gerade eine Predigt. Scully bittet ihren Partner darum, bis zum Ende der Predigt zu warten, was beide auch tun. Sie kniet vor einem Kruzifix und sieht Micah Hoffman am Kreuz. Er schaut direkt auf Scully und sagt "Consummatum est". Als sie sich umdreht, ist das Kreuz wieder normal. Verstört verhaftet sie mit Mulder zusammen den Kardinal. Während Mulder ihm seine Rechte vorliest, betritt ein Mann die Kirche. Es ist Micah Hoffman, der sehr wohl am Leben ist. Ärgerlich tadelt Skinner die Agenten für fehlerhafte Identifizierung des Leichnams und die falsche Festnahme, während Mulder und Scully scheinbar Angst vor seinem Blick haben. Skinner zwingt sie dazu, sich vier Wochen beurlauben zu lassen, während ihre Taten untersucht werden. Die beiden gehe zurück in ihr Büro, wo sie auf Chuck Burks treffen. Dieser hat die Zeichen auf der Tonschale in Worte aus dem altertümlichen Aramäisch umgewandelt, der Sprache, die Christus gesprochen hat. Er sagt, daß sich der erste Teil grob übersetzen läßt in "Ich bin das Walross, ich bin das Walross, Paul ist tot, coocoocachoo". Der zweite Teil scheint ein Mann zu sein, der einen anderen anweist, von den Toten aufzuerstehen. Mulder und Scully entschließen sich dazu, Hoffman zu besuchen, der verkündet, der wäre jetzt Jesus Christus. Er erklärt, daß er, um Christus Worte zu erfinden, in Christus Leben eingetaucht ist und tatsächlich in die Gottheit konvertiert ist. Er zerbombte die Krypta, da die blasphemischen Fälschungen zerstört werden mussten. Als Mulder ihn fragt, wie sein Mobiltelefon in die Hand des Leichnams gelangt ist, lächelt Hoffman nur. "Die Wege Gottes sind unergründlich", erwidert er. Später am Abend hält Scully an Mulders Apartment an, und stellt fest, daß er sich zum zweiundvierzigsten Mal den Film "Plan Nine From Outer Space" anschaut. Scully fragt sich, ob wahrer Glaube eine Form von Verrücktheit sein könnte, woraufhin Mulder sie überzeugt, Federmans Einladung anzunehmen. Die Agenten kommen auf dem Filmgelände von Twentieth Century Fox in Los Angeles an, um die Dreharbeiten des Filmes zu begutachten, woraufhin Federman sie mit ihren schauspielerischen Gegenstücken bekannt macht - Shandling und Leoni. Sie beobachten sie Szene, die gerade auf dem Friedhof mit den Zombies gedreht wird. Zurück in ihrem luxuriösen Hotel macht sich Scully ein Schaumbad und ruft Mulder an. Dieser sitzt ebenfalls in seiner Badewanne und erzählt Scully, daß er glaubt, die Untoten nur ihr Leben vermissen, das sie hatten, als sie noch nicht tot waren. Sie wollen lediglich essen, trinken und Liebe machen. Skinner klopft auf der Leitung an, um sich bei den Agenten für seine grobes Verhalten zu entschuldigen. Er teilt Mulder mit, daß Federman es arrangiert hat, daß sein Name als Associate Producer im Abspann des Filmes erscheint. Sechzehn Monate später. Die Premiere des Films geht weiter. Auf der Leinwand gesteht Shandlings Mulder Leonis Scully seine Liebe. Sie entzieht sich seinem Kuss und teilt ihm mit, daß sie in Wahrheit Assistant Director Skinner liebt. Der echte Mulder springt von seinem Kinosessel auf und fuchtelt mit seinen Armen wie ein Schiedsrichter, der einen Kampf beenden will. "Das war's! Ich kann das nicht mehr mit ansehen!", ruft er. Die echte Scully versucht, ihn zur Ruhe zu bringen, doch er stürmt auf Federman, Shandling und Leoni zu. Scully findet ihn deprimiert auf dem Filmset des Friedhofes wieder, wo er Popcorn aus einer Plastikschale des Lazarus isst. Sie teilt ihm mit, daß Kardinal O`Fallon etwas früher am Abend Micah Hoffman ermordet und dann sich selbst erhängt hat. Mulder beklagt sich über das Schicksal der beiden lächerlich gemachten Typen, an die man sich jetzt als die beiden Karikaturen aus dem Film "The Lazarus Bowl" erinnern wird. Er fragt sich, wie man sich an sie selbst erinnern wird. Auf eine philosophische Art und Weise prophezeit Scully, daß der Film ein Kassenschlager wird, doch Mulder ist viel zu sehr in die Vorstellung versunken, daß tote Menschen durch die Geschichte hindurch in einer solch vereinfachten Art und Weise dargestellt werden. Scully stichelt ihn aus seiner Bockigkeit, indem sie ihm erzählt, daß Skinner so sehr mit dem Film zufrieden war, daß er ihr eine Kreditkarte des Bureaus für die Nacht gegeben hat. Sie nimmt Mulder Arm, stellt ihn wieder auf seine Beine und scherzt, daß sie ihm ein Geständnis machen muss: sie ist in den Associate Producer Walter Skinner verliebt. Mulder wirft die Plastikschale weg und macht eine treffende Bemerkung: "Ich auch". Als die beiden weggehen, schrammt der Ast eines Baumes über die Oberfläche der Schale wie eine Plattenspielernadel. Samba-Musik ertönt und kleine Geistererscheinungen beginnen, freudig über das Friedhofset zu tanzen.