Godzilla / Godzilla - König der Monster

Gojira / Godzilla - King Of The Monsters

Japan 1954 (Deutschland 1956)

Regie: Inoshiro Honda
Produktion: Toho Company Ltd / Tomoyuki Tanaka
Buch: Takeo Murata / Inoshiro Honda
Kamera: Masao Tamai
SpFX: Eiji Tsuburaya
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Takashi Shimura (Dr. Kyohei Yamane)
    Momoko Kochi (Emiko Yamane)
   Akira Takarada (Hideto Ogata)
    Akihiko Hirata (Dr. Daisuke Serizawa)
   Sachio Sakai (Hagiwara)
   Fuyuki Murakami (Dr. Tabata)
   Ren Yamamoto (Masaji Sieji)
   Toyoaki Suzuki (Shinkichi)
   Kokuten Kodo (Gisaku)
Originallänge: 98 min
Deutsche Länge: 84 min 
Filmverleiher: Lehmacher Film / Atrium
Video: Starlight (Cut)
DVD: MAWA Cine Plus VCL (Cut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Die Meldungen der Presse Überschlagen sich, als es im Pazifik zu wiederholten, ungeklärten Schiffshavarien kommt. Die Schilderungen von Überlebenden, die vor dem Unglück ein grelles Licht beobachtet haben wollen, geben Anlas zu mancherlei Spekulation. Die Spur führt auf die Odo-Insel nahe dem Bikini-Atoll, wo man seit Menschengedenken an die Existenz eines sagenhaften Ungeheuers glaubt, dem die Inselbewohner den Namen Godzilla gegeben haben und dem sie, um seinen Zorn zu besänftigen, Frauen zum Opfer darbringen. Tatsächlich taucht in einer unheilvollen Sturmnacht ein massiger Behemoth aus dem Meer und verwüstet das Dorf. Kurz darauf tritt eine Untersuchungskommission aus Tokio ein, der auch der führende Paläontologe Dr. Kyohei Yamane, seine Tochter Emiko und ihr Freund Hideo Ogata angehören. Nicht nur registrieren die Wissenschaftler eine hohe Radioaktivität im Katastrophengebiet und finden dazu als vorgeschichtliche Zeichen Trilobiten, Godzilla zeigt sich ihnen auch am helllichten Tag, bevor er wieder im Meer verschwindet. Man geht davon aus, das Godzilla, ein überdimensionaler Saurier der Jurazeit, dessen Art seit zwei Millionen Jahren ausgestorben ist, der selbst aber in einer unterseeischen Höhle die Zeiten überdauert hat, durch die jüngsten H-Bombenversuche wiederbelebt wurde und kontaminiert mit Strontium 90, auferstanden ist. Mehr noch, die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als der urzeitliche Gigant in der Bucht von Tokio auftaucht und Chaos und Verwüstung über die Millionenstadt bringt. Panzer und Düsenjäger erweisen sich gegenüber dem Ungeheuer als ebenso nutzlos wie Elektrizität. Ratlosigkeit breitet sich aus, Angst erfasst die Menschen, wenn sie an die nächste Schreckensnacht und die Ausweglosigkeit der Situation denken. Emiko weiß jedoch, das der Chemiker Dr. Daisuke Serizawa (ihre Eltern hatten sie, als sie noch Kinder waren, in die Ehe versprochen, aber Emiko hat Daisuke einen Korb gegeben) in geheimen Versuchen während des Zweiten Weltkriegs eine Waffe entwickelt hat, die unsagbares Grauen über den Gegner gebracht hätte, wäre sie zum Einsatz gekommen. Serizawa, nach der Kapitulation geläutert, verweigert die Preisgabe dieser Erfindung, des sogenannten Oxygen-Zerstörers, der dem Meerwasser den Sauerstoff entzieht und damit jegliches Leben desintengriert und vernichtet. (So hatten die Japaner denn doch, wenigstens in der Phantasie ihrer Filmemacher, eine apokalyptische Waffe, die es durchaus mit der Bombe der Amerikaner aufnehmen konnte.) Es sind im Fernsehen Übertragene Bilder von Godzillas verheerenden Verwüstungen und ein Bittgebet der Kinder von Tokio, die Serizawas Meinung ändern: Ein einziges Mal und nur gegen Godzilla, wird er seine Erfindung einsetzen. In einem Tauchgang bringt er die todbringende Kapsel mit der Vorrichtung in Stellung und durchtrennt seinen Luftschlauch, um mit Godzilla unterzugehen und die Erfindung in ein feuchtes Grab zu nehmen. In wenigen Minuten ist Godzilla bis auf das die Knochen aufgelöst. Nur Dr. Yamane ahnt, das dies möglicherweise nur der Prolog zu etwas war, das mit der gleichen Urgewalt jederzeit wieder über Japan hereinbrechen konnte.
Fazit: Aus dem Treatment von Shigeru Kayama: Schließlich taucht Godzilla in der Bucht von Tokio auf und verbreitet Panik unter der Bevölkerung. Das Licht eines Leuchtturms im Hafen lenkt die Aufmerksamkeit des Monsters auf sich. Als er die dunkle Gestalt in der Ferne sieht, reißt der Leuchtturmvater den Lichtstrahl herum und beleuchtet die Bestie. Das gleißende Licht macht Godzilla wütend. Das Monster zerstört den Leuchtturm und bewegt sich weiter auf die Küste zu. Diese im fertigen Film gestrichene Sequenz verweist noch einmal in aller Deutlichkeit auf eine ähnliche Szene im Vorbild THE BEAST FROM 20,000 FATHOMS. Der Toho-Studiokomplex, wo seit GO]IRA die meisten japanischen Monsterschlachten ausgetragen wurden, befindet sich im Tokioter Vorort Setagaya. Er wird durch einen kleinen Fluss geteilt, hinter dem sich das Terrain der Special-Effects-Leute erstreckt. Die Ateliers 8 und insbesondere 9, in denen die meisten Spezialeffekte realisiert wurden, sind mit je 1325 Quadratmetern bei über acht Metern Höhe die größten auf dem Gelände. Kleinere Dekorationen wurden in Atelier Nr. 2 gedreht. Von enormer Wichtigkeit, verständlich bei Filmen um ein Meeresungeheuer wie GODZILLA, ist auch das Studiobassin auf dem Freigelände, das mit einem großen Hintergrundprospekt ausgestattet ist. Das Department für Spezialtechniken wurde von Eiji Tsuburaya in mehrere Sektionen aufgeteilt: in ein Art Department, das von Akira Watanabe geleitet wurde, einem vertrauten Kollegen seit 1930, der Monster, Miniaturen und Matte Paintings entwarf; in die Kamera-Abteilung, in der Teisho Arikawa und Sokei Tomioka so sein wurde wie eine zweite Haut. Als sie den Anzug dann fertig hatten, wusste ich zwar, wie das Monster aussieht, aber nicht, wie es sich bewegen sollte. Niemand vor mir hatte Godzilla gespielt, also gab es auch keinen Lehrer. Als ich den ersten Godzilla spielte, ging ich eine Woche lang jeden Tag mit meinem Lunch in den Zoo. Kleine Tiere waren nicht sehr hilfreich. Vielmehr studierte ich die Bewegungen der großen Tiere, Löwen und Bären zum Beispiel. Eine weitere Hilfe war der Film KING KONG, den der alte Herr Tsuburaya hatte. Er führte mir den Film zweimal vor, um mich zu begeistern und meine Phantasie anzuregen. Das war schon eine Hilfe. Da Godzilla ja ein Saurier sein sollte, konnte er sich nicht bewegen wie ein Mensch. Wenn ich ging, winkelte ich beispielsweise meine Arme an, damit sie kurzer wirkten. Aber es war furchtbar schwer, vernünftig in dem Anzug zu gehen, weil er aus harter Plastik war. Schwierigkeiten bereiteten dem Darsteller die übergroßen Füße und weil das Kostüm des ersten Films nur wenig biegsam war, war es fast unmöglich, anders zu gehen als geradeaus. Pro Take hielt es Nakajima unter den heißen Studioscheinwerfern nur drei Minuten aus. Die Temperaturen im Anzug erreichten über 40 Grad und als sie den ersten GO]IRA drehten, verlor Nakajima über zwanzig Pfund Gewicht. Besonders in den frühen Filmen sind die Miniaturdekorationen mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Tsuburaya legte großen Wert auf eine akkurate Ausführung und einen korrekten Maßstab. An den Miniaturen werkelte ein gemischtes Team aus festen und freien Mitarbeitern, ungefähr 50 Mann stark. In späteren Filmen wurden auch freie Firmen mit der Anfertigung von Modellen beauftragt, insbesondere Gunji Model Craft sowie Toida Warehouse. Jürgen Menningen zitierte in seinem FILMBUCH SCIENCE FICTION Claude Levi-Strauss: Das Poetische der Bastelei kommt auch und besonders daher, dass sie sich nicht darauf beschränkt, etwas zu vollenden oder auszuführen; sie spricht nicht nur mit den Dingen, wie wir schon gezeigt haben, sondern auch mittels der Dinge: indem sie durch die Auswahl, die sie zwischen begrenzten Möglichkeiten tritt, über den Charakter und das Leben ihres Urhebers Aussagen macht. Der Bastler legt, ohne sein Projekt jemals auszufüllen, immer etwas von sich hinein. Nicht minder wichtig für den Erfolg der Reihe war der Komponist Akira Ifukube. Aber Ifukube war nicht nur verantwortlich für die unverkennbar martialischen Märsche, sondern ließ auch Godzillas Gebrüll durch einen Kontrabass elektronisch verfremden (er strich mit einem Wildlederhandschuh über eine Kontrabass-Saite und verfremdete die Aufnahme mit einem Echo): Als ich mit dem Projekt begann, hatte ich nur die Modelle von Godzilla gesehen und das Skript gelesen. Sowohl beim ersten wie auch bei allen weiteren Filmen, die ich mit Regisseur Honda gemacht habe, gab er mir immer völlig freie Hand, wenn es um die Musik ging. Er kam das Aufnahmestudio häufig besuchen und gelegentlich machte er auch einen Vorschlag. Es war seine Idee, Godzillas Brüllen mit Musikinstrumenten zu erzeugen. Davor hatten sie erfolglos versucht, Aufnahmen von Tierstimmen einzusetzen. Manchmal, um Zeit zu sparen, verwendete Herr Honda auch ältere Aufnahmen von mir, um bestimmte Teile in den Fortsetzungen mit Musik zu unterlegen. Im Filmgeschäft, besonders in Japan, ist nie genügend Zeit für eine Komposition. Deshalb war ich auch nie zufrieden mit meiner Arbeit, obwohl es mir irrsinnig viel Spaß macht, für den Film zu arbeiten.