Godzilla kehrt zurück / Gigantis - The Fire Monster

Gojira No Gyakushu (= Godzilla schlägt zurück) / Godzilla Raids Again

Counterattack of the Monsters / Fire Monster / Gigantis

Godzilla´s Counter Attack / Gojira Strikes Again / Gojira´s Counterattack

The Return of Godzilla / The Volcano Monster

Japan 1955 (Deutschland 1958)

Regie: Motoyoshi Oda
Produktion: Toho Company Ltd / Tomoyuki Tanaka
Buch: Takeo Murata / Shigeaki Hidaka
Kamera: Seiichi Endo
SpFX: Eiji Tsuburaya
Musik: Masaru Sato
Darsteller: Hiroshi Koizumi (Shoichi Tsukioka)
    Minoru Chiaki (Koji Kobayashi)
   Setsuko Wakayama (Hidemi Yamaji)
    Yukio Kasama (Kohei Yamaji)
   Mayuri Mokusho (Yasuko Inouyer)
   Sonosuke Sawamura (Shingo Shibeki)
   Masao Shimizu (Dr. Tadokoro)
   Takashi Shimura (Dr. Kyohei)
   Takeo Oikawa (Polizeichef)
   Seijiro Onda (Hauptmann Terasawa)
Originallänge: 82 min
Deutsche Länge: 82 min 
Filmverleiher: Donau Film
Video: Atlas Film
DVD: Marketing (Uncut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Die Piloten Shoichi Tsukioka und Koji Kobayashi arbeiten im Auftrag einer Fischereifirma in Osaka. Mit ihren Maschinen kundschaften sie Thunfischschwärme aus. Als sein Freund Kobayashi wegen eines Maschinenschadens vor einer Insel wassern muss, setzt auch Tsukioka zur Landung an. Die Felseninsel scheint karg und unbewohnt. Die beiden machen ein Feuer, um sich zu wärmen. Plötzlich erstarren sie: Mit einem mal werden sie in die Urzeit geschleudert und Zeugen des tödlichen Kampfes zweier riesenhafter Saurier, die bei der Auseinandersetzung ins Meer stürzen. Nach Osaka zurückgekehrt, informieren die Piloten die Behörden. Dr. Tadokoro identifiziert das eine als sehr stachelig, einem Igel ähnlich beschriebene Ungeheuer als einen Ankylosaurus, während das zweite Untier Dr. Yamane auf den Plan ruft mit der Schilderung der Katastrophe, die der erste Godzilla über Tokio gebracht hat. Es wird allgemein angenommen, dass es sich bei dem Rivalen des Ankylosaurus um ein Urtier der Gattung Godzilla handelt. Aufklärer melden, dass sich Godzilla in Richtung Osaka bewegt. Als er tatsächlich nachts in der Bucht von Osaka auftaucht, versucht man ihn mit Christbäumen, die Flugzeuge am Himmel säen, von der total verdunkelten City abzulenken und ins offene Meer zurückzulocken. Als es schon so aussieht, als würde der Plan gelingen, explodiert außerhalb der Stadt eine Raffinerie. Verursacht wurde der Brand durch einen Tanklastzug, mit dem geflohene Sträflinge vergeblich der Polizei zu entkommen versuchten. Sofort nimmt Godzilla, angelockt durch das Feuer, wieder Kurs auf die Stadt. Im selben Moment taucht sein Rivale Angilas auf. Als sich die beiden unter der allgemeinen Festbeleuchtung wiedersehen, toben sie, alles zerschmetternd und zerstörend, durch die Innenstadt von Osaka. Am historischen Schloss, einem der Wahrzeichen der Stadt, das leider auch dran glauben muss, kann Godzilla seinem Widersacher von alters her die Kehle durch beissen und ihn radioaktiv in Brand stecken. Am Tag danach sieht es in Osaka aus wie nach den Bombenangriffen des Zweiten Weltkriegs. Es muss gelingen, Godzilla aufzuspüren, um weiteres Unheil zu verhindern. Wieder sind es Kobayashi und Tsukioka, die den Gegner orten. Sie sind inzwischen als Piloten im nördlichen Teil Japans tätig und werden Zeuge, wie Godzilla auf der vereisten Shinko-Insel an Land geht. Die Verteidigungsstreitkräfte fassen den Entschluss, die Shinko-Insel zu bombardieren, doch zeigt das Bombardement nicht die erhoffte Wirkung. Erst als Kobayashi, von Godzillas radioaktivem Odem getroffen, mit seiner Maschine gegen einen Berg kracht und eine Lawine auslöst, wissen die anderen Flieger, wie sie vorgehen müssen. Das Ungeheuer wird unter einer wahren Flut von Eislawinen lebendig begraben .
Fazit: Die Struktur des Plots dieser eilig nachgeschobenen Fortsetzung ist ungewöhnlich. Der Ankylosaurus Angilas wird gleich am Ende der ersten Filmhälfte von seinem Antagonisten, dem zweiten Godzilla, totgebissen, nachdem die beiden sich eine wilde Schlacht in den Häuserkulissen von Osaka geliefert haben - um so wilder, als man irrtümlich eine Aufnahmekamera auf Zeitraffer statt auf Zeitlupe geschaltet hatte. Doch der daraus resultierende Effekt der überschnellen Bewegungen der Monster gefiel Tsuburaya so gut, dass er keinen Nachdreh anordnete. Angilas-Darsteller Katsumi Tezuka musste seinen Part auf allen vieren absolvieren. Er löste die Aufgabe vergleichsweise besser als seine Nachfolger, die der anatomischen Bequemlichkeit nur mehr auf den Knien herumrutschen. Während des rauen Kampfes der beiden Ungeheuer sollte auch Osaka Castle zu Bruch gehen. Das enorme Modell musste innerhalb von 14 Tagen ein zweites Mal aufgebaut werden, weil das Timing beim ersten Take nicht funktionierte. Die zweite Hälfte des Films widmet sich ausschließlich Godzilla, der sich in die Eisberge und Gletscher der unwirtlichen Shinko-Insel zurückzieht und von den Bomben einer Staffel Düsenjäger erledigt wird, die ihn unter Eislawinen begraben. Diese Sequenz übertrifft die Jets gegen Godzilla aus dem ersten Teil und ist ein Beleg für die martialischen Motive der japanischen Science-Fiction. Haruo Nakajima: Der schwierigste Aspekt für mich bei GOJIRA NO GYAKUSHU war das Ende. Ich mußte in der Mitte des Sets stehen, während eine große Menge zerbrochenes Eis auf mich heruntergeschüttet wurde. Der Set hatte einen doppelten Boden. Unter mir stand Herr Kaimai. Plötzlich brach der Boden des Sets unter der Last des Eises und Herr Kaimai wurde unter mir begraben . Als technische Neuerungen gab es erstmals (per Batterie-Einsatz) bewegliche Godzilla Augen und eine jener fiktiven Toho-Mecha-Waffengattungen, die in Zukunft so populär werden sollten: die Katusha Tanks (Ponpon Cannon). Als Nachteil erwies sich jedoch die Wahl eines anderen Regisseurs, des zwar erfahrenen und hochintelligenten Motoyoshi Oda, dessen Verbindung zu Tsuburaya aber nicht so intensiv war die Ishiro Hondas. Toho korrigierte den Fehler gleich mitdem nächsten Film und solangeTsuburaya bei der Toho fest im Sattel saß, blieb auch Honda, der privat jedoch wenig auf Horror hielt. Er wird von Bekannten als ein eher romantisch veranlagter Charakter beschrieben. Ein US-Verleih (AB-PT) wollte den Streifen sogar amerikanisieren, indem er mit aus Japan geliehenen Monsterkostümen und einem Skript von Ib Melchior Szenen mit den Monstren nachzudrehen beabsichtigte, die in San Francisco und dort besonders in Chinatown spielen sollten. Das Projekt fiel jedoch mit dem Zusammenbruch der Firma durch und so kam GO]IRA NO GYAKUSHU etwas später in die regulären amerikanischen Kinos als in die deutschen Filmtheater (als GIGANTIS THE FIRE MONSTER - alle Hinweise auf den Namen Godzilla waren vermutlich aus rechtlichen Grunden in der neuen US-Version gestrichen worden). Nur starke Nerven werden die grausame Vision, die an die letzten Tage der Menschheit erinnert, ertragen können, versprach der Werberatschlag des bundesdeutschen Verleihs (Slogan: Ein DONAU-FILM der Weltklasse). Der Arbeitsausschuss der FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft) sah es anders und befürchtete keine nachhaltigen Schaden für die deutsche Jugend. Aus dem Jugendprotokoll der Prüfsitzung am 20.6.1958 - Prüf-Nr. 17 271: ,,Ein in Japan hergestellter Film, der in deutscher Sprache in Schwarz-Weiß-Fassung zur Prüfung vorlag. Es ist die Fortsetzung von zwei schon vorangegangenen Filmen ( RADON wurde in Deutschland früher angekündigt), in deren Mittelpunkt ein Fabeltier-Ungeheuer steht, das imstande ist, nachdem es durch die Atomversuche aufgeschreckt ist, ganze Städte zu vernichten. Gewöhnliche Waffen kann man gegen dieses Ungeheuer nicht anwenden, nur durch eine List wird es vernichtet. Der ganze Film hat den Charakter von etwas Märchenhaftem, Unwahrscheinlichem und könnte ohne Bedenken für die Altersgruppen ab l 2 Jahren freigegeben werden. Hoffentlich bleibe dieses Filmungeheuer unter der Tiefkühlung (durch Bombenabwürfe in Eis und Schnee begraben) nicht konserviert, um in einer Fortsetzung erneut lebendig zu werden, ängstigten sich mehrere Rezensenten. Sie sollten recht behalten.