Die Rückkehr des King Kong / King Kong kommt zurück

Schlachtfest der Giganten / King Kong vs. Godzilla

Kingu Kongu Tai Gojira (= King Kong gegen Godzilla)

Japan 1962 (Deutschland 1971)

Regie: Inoshiro Honda
Produktion: Toho Company Ltd / Tomoyuki Tanaka
Buch: Shinichi Sekizawa
Kamera: Hajime Koizumi
SpFX: Eiji Tsuburaya
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Tadao Takashima (Sakurai)
    Yu Fujiki (Kinzaburo Furue)
   Mie Hama (Fumiko Sakurai)
    Kenji Sahara (Kazuo Fujita)
   Akiko Wakabayashi (Tamiye)
   Ichiro Arishima (Mr. Tako)
   Senkichi Omura (Konno)
   Yoshio Kosugi (Häuptling)
   Ikio Sawamura (Medizinmann)
   Shoichi Hirose (King Kong)
Originallänge: 98 min
Deutsche Länge: 82 min
Filmverleiher: Avis Film / Apollo Film
Video: Starlight (Cut)
DVD: MAWA Cine Plus VCL (Cut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Auf der in der Südsee gelegenen Faro-Insel, mehrere tausend Meilen östlich von Neuguinea, wird ein veritabler Nachkomme von King Kong entdeckt. Tako, der Chef eines japanischen Pharmakonzerns (Pacific Pharmaceuticals), schickt seine Mitarbeiter Sakurai und Kinzaburo, die den Gorilla als Werbegag für die Promotion von Pillen und Salben sichern sollen. Bei ihrer Ankunft auf der Insel verteilen die beiden unter den Eingeborenen Zigaretten und schenken dem düster blickenden Häuptling ein Transistorradio. Als Gegenleistung dürfen sie zusehen, wie Kong einen Riesenoktopus (Daidako) vertreibt, der sich in das Dorf einschleimen wollte. Nach seinem Sieg betrinkt sich der neue Kong sinnlos und konsumiert eine Menge für ihn bereit gestellten Soma-Saft, der aus Beeren, die nur auf Faro wachsen, gewonnen wird. Dieser Trank war es auch, der ihn so groß und stark gemacht hat. Ein gewaltiges Floss, das an das Expeditionsschiff gekettet ist, soll den betrunkenen Affengott der Eingeborenen nach Japan verfrachten, aber kurz vor der Küste wacht Kong aus seiner Betäubung auf und entkommt. Inzwischen ist auch Godzilla, nach seinem letzten Auftritt, aufgetaut und infolge einer Kollision mit einem U-Boot, aus seinem Eisberg befreit. Zuerst greift er eine NATO-Basis im Eismeer an, dann nimmt er Kurs auf das vertraute Japan, wo man ihn schon seit einigen Jahren vermisst. Auf einer Waldlichtung kommt es zum ersten Zusammenstoss der beiden Giganten. Kong räumt perplex das Feld, nachdem Godzillas radioaktiver Atem sein Fell etwas versengt hat. Er taucht mitten in Tokio wieder auf, wird dort mit dem traditionell wirksamen Soma-Saft und Eingeborenenmusik schläfrig gemacht und mit Händen und Füßen am unzerreißbaren Draht des jungen Erfinders Kazuo Fujita befestigt, der mit Heliumballons verbunden ist. Hubschrauber bringen Kong so dann zum Kampfplatz am Fudschijama, wo er Godzilla den Garaus machen soll. Zuerst sieht es so aus, als sei der riesige Gorilla der Echse unterlegen, doch ein aufkommendes Gewitter und Blitze verleihen ihm ungeahnte Kräfte. Der Kampf wird erbittert ausgetragen - wobei auch kulturelle Denkmaler wie das Atami-Schloss nicht geschont werden - bis die Monstren über eine Klippe ins Meer stürzen. Nach einer Weile taucht Kong aus den Fluten als Sieger auf und krault, gierig nach mehr Soma-Saft, zur Faro-Insel zurück.
Fazit: Die Idee für diesen Film stammt von Stop-Motion-Pionier Willis Harold O'Brien , dem technischen Schöpfer des Original-KONG und Mentor von Ray Harryhausen - auch wenn der dabei alles andere als einen GODZILLA-Film im Kopf hatte. O'Brien hatte in einer Vielzahl von möglichen Projekten auch dieses illustriert, um potentielle Finanziers zu interessieren - KING KONG VS. FRANKENSTEIN (resp. KING KONG VS. THE GINKO): Darin enthüllt Carl Denham, der Protagonistaus dem Klassiker von 1933, dem erstaunten Publikum, dass Kong den Sturz vom Empire State Building überlebt hat und auf seine Schädelinsel zurückgebracht wurde. Immer noch Showman, schlägt er einen sensationellen Boxkampf zwischen dem Riesengorilla und einem ebenbürtigen Monster vor, der in San Francisco ausgetragen werden soll. Dieses zweite Monster hat kein Geringerer als Dr. Frankensteins Enkel geschaffen. Ginko heißt es, ist sechs Meter groß und zusammengesetzt aus Organen von Rhinozerossen / Elefanten und anderen afrikanischen Tieren. Wie zu erwarten, brechen die beiden Giganten aus und fighten unbeeindruckt in den Straßen von San Francisco, bis sie von der Golden Gate Bridge stürzen. Um die KONG-Rechte zu sichern, wandte sich O´Brien an Daniel O'Shea, der die Hinterlassenschaften der RKO Radio Pictures vertrat. O'Shea wiederum verwies ihn an John Beck, einen Produzenten der in Sachen Frankenstein seit 1931 sehr rührigen Universal City Studios. Beck übergab O´Brien Zeichnungen und die Storyline dem Drehbuchautor George Worthing Yates . In dem da raus resultierenden Screenplay PROMETHEUS VS. KING KONG wurde aus dem Ginko ein Prometheus V, eine Kreatur Kurt Frankensteins, der von einer Armee von Arbeiterriesen träumt. Monate später erfuhr O´Brien aus der Fachpresse, dass Beck mit dem Skript nach Tokio gereist war und eine Vereinbarung mit Toho getroffen hatte. Die FRANKENSTEIN-Idee war plötzlich zugunsten eines GODZILLA-Films verworfen worden und aus der ursprünglichen Storyline hatte sich nur KONG hinüberretten können, der jedoch mit dem Gorilla des Originals nur mehr den Namen gemein hatte. Die Toho verschickte daraufhin eine zweisprachig abgefasste Presseerklärung, in der beide Monster die Herausforderung zum Kampf des Jahrhunderts annahmen. Trotz der großen Begeisterung und Sympathie, die Tsuburaya für die Kreatur O'Briens empfand, gilt der KONG-Anzug als eines der schlechtesten Erzeugnisse, das je aus den Werkstätten der Toho kam. Rundweg lächerlich, wird es von Shoichi Hirose getragen, einem der kräftigsten Stuntmen bei der Toho, der sogar noch seinen Kollegen Nakajima im GODZILLA-Kostüm stemmen konnte. Tsuburaya bat ihn, zur Vorbereitung der Rolle Gorillas im Zoo zu studieren. Hirose behauptete später gegenüber dem alten Herrn, das habe er auch getan und es habe ihm sehr beim Studium der Rolle geholfen, aber das war eine reine Erfindung, um Tsuburaya zu beruhigen. Über die Dreharbeiten konnte man in FAMOUS MONSTERS OF FILMLAND lesen: Eine sorgfältig ausgearbeitete und überaus akkurate Modelldekoration füllte den größten Teil des Ateliers aus. Während Tsuburaya Technikern letzte Anweisungen gab, probte ein Mann im Gorillakostüm gewissenhaft die Szene. Um sich in die richtige Stimmung zu versetzen, ließ er unter seiner haarigen Maske sogar einige Brummtöne hören, obwohl kein Ton aufgenommen wurde. Dann rief ein Assistent: Ruhe! Bitte Ruhe im Atelier! Und zwei Kameras surrten. King Kong watschelte über die Modellstraße. Wütend schlug die zottige Kreatur auf ein Gebäude ein. Der erste Schlag war allerdings nicht kräftig genug, um das Modell, wie geplant, kaputtzukriegen. Die Aufnahme musste wiederholt werden. Beim zweiten Mal klappte es dann. Übrigens ist es nicht wahr, dass zwei Fassungen des Schlusses gedreht wurden: eine mit Kong als Sieger für die Exportversion, eine, in der Godzilla triumphiert, für Japan. Zum Schluss sieht man nur Kong aus dem Meer auftauchen und Richtung Heimat schwimmen. Eine andere Version war nie beabsichtigt. KINGU KONGU TAI GO]IRA war erstaunlicherweise in Japan der größte Erfolg der ersten GODZILLA-Staffel, und das hat gewiss dazu beigetragen, die Comedy-Aspekte in Zukunft mehr zu betonen Über elf Millionen Zuschauer haben diesen Film damals gesehen, fast zwei Millionen mehr als das Original von 1954. Es gibt sogar eine kleine Stop-Motion-Hommage: Weil die Filme von Ray Harryhausen auch in Nippon populär waren, realisierte Tsuburaya-Mitarbeiter Minoru Nikano eine kurze Szene, in der Godzilla zum Sprung ansetzt und Kong mit einem Känguru Tritt umwirft, in der Einzelbildtechnik. Allerdings war die Animation vergleichsweise abgehackt. Eine weitere Sequenz auf der Faro-Insel, die den Platz von Kongs angestammter Schädelinsel übernommen hat, wurde sogar mit einem echten Oktopus aufgenommen, der in eine Modelldekoration gesetzt wurde. Teruyoshi Nakano, der mit dieser Produktion als fester Assistent in Tsuburayas Team eintrat, erinnert sich, dass sein Chef den Kephalopoden nach Abschluss der Dreharbeiten verspeist hat. Willis O'Brien hat sich das Ergebnis nicht mehr ansehen müssen. Er verstarb vor der Uraufführung, seine Witwe ließ eine Einladung zur amerikanischen Preview in den Papierkorb wandern. Sie weiß nur noch, dass mehrere Entwürfe, die O´Brien nach Tokio geschickt hatte, niemals an sie zurückgegangen sind. Was daraus wurde, mag man bei der Rezension späterer Toho-Produktionen unter dem Gütesiegel Frankenstein ersehen. In der Bundesrepublik lief der Film mit über zehnjähriger Verspätung und wurde erst herausgebracht angesichts eines in den Medien ausgetragenen Urheberrechtsstreits zwischen zwei großen Film-Giganten (DeLaurentiis&Paramount gegen Universal) um ein KING-KONG-Remake. In der deutschen Reklame wurde bewusst auf Godzillas Nennung verzichtet. Die Fassung, die hierzulande zu sehen war, entsprach der amerikanischen, die sich erheblich von der japanischen unterscheidet. Sie ist langsamer, und Akira Ifukubes eindringlicher Soundtrack ist bis auf einen Faro-Island-Song durch Konserven aus dem Universal-Archiv ersetzt, u.a. aus THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON.