Godzilla und die Urweltraupen / Godzilla vs. The Thing

Mosura Tai Gojira (= Mosura gegen Godzilla) / Godzilla vs. Mothra

Japan 1964 (Deutschland 1974)

Regie: Inoshiro Honda
Produktion: Toho Company Ltd / Tomoyuki Tanaka
Buch: Shinichi Sekizawa
Kamera: Hajime Koizumi
SpFX: Eiji Tsuburaya
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Akira Takarada (Shiro Sakai)
    Yuriko Hoshi (Junko Nakanishi)
   Hiroshi Koizumi (Professor Miura)
    Yu Fujiki (Jiro Nakamura)
   Emi Ito (Mosuras Priesterin)
   Yumi Ito (Mosuras Priesterin)
   Yoshifumi Tajima (Kumayama)
   Kenji Sahara (Jiro Torahatta)
   Jun Tazaki (Chefredakteur)
   Susumu Fujita (Offizier)
Originallänge: 89 min
Deutsche Länge: 87 min
Filmverleiher: Gloria Film / AV Film
Video: Bootleg (Cut) 
DVD: Astro Best Entertainment (Uncut) / Marketing (Uncut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Japans Küste wird von einem der schlimmsten Wirbelstürme der letzten Jahre heimgesucht. Zwischen Schlammassen und Trümmern vor der Küste dümpelnd entdecken Fischer ein wunderlich buntes Riesenei, das einen kleinen Küstenort in helle Aufregung versetzt. Die Fischer kommen sich besonders schlau vor, als sie den Wert des Eis seiner Größe entsprechend mit 940.038 Yen beziffern, dem Gegenwert von 153.000 Hühnereiern und das Objekt an den gewissenlosen Geschäftemacher Kumayama von Happy Enterprises verkaufen. Der gerissene Kumayama will einen riesigen Inkubator für das Ei bauen und es als Touristenattraktion ausstellen, dies allerdings gegen den Widerstand von zwei Feenwesen, die sich bei drei Wohlgesonnenen als Priesterinnen von Mosura vorstellen. Aber auch Reporter Shiro Sakai, die Fotografin Junko Nakanishi und Professor Miura vermögen nichts gegen die Geschäftsinteressen der Unterhaltungsindustrie. Zur selben Zeit taucht an der Küste ein anderer Gigant auf, den der fürchterliche Hurrikan angetrieben hat. Es ist Godzilla. Als die Echse nicht nur Nagoya samt Fernsehturm und Schloss dem Erdboden gleichmacht, sondern auch ihr Ei bedroht, erscheint Mosura selbst, ein ungeheurer Falter, dessen Schwingen den Himmel verdunkeln. Fast sieht es so aus, als wurde Mosura Godzilla bezwingen, aber der Falter wird an einem Flügel verletzt, geht zu Boden und wird von Godzilla schwer misshandelt. Sterbend breitet er seine Flügel über das Ei. Godzilla, plötzlich nicht mehr an dem Ei interessiert, setzt seinen Vernichtungsgang fort und zerstört auch einen Gebäudekomplex, in welchem der Entrepreneur und sein geldgieriger Hintermann Jiro Torahatta untergekrochen sind. Unterdessen schlüpfen aus dem Ei zwei Riesenraupen, die zum Gegenangriff ansetzen und Godzilla in einen Kokon sprühen, der ihn völlig bewegungsunfähig macht. Von oben bis unten eingesponnen, stürzt Godzilla, der gerade auf der Iwo-Insel über eine vom Kurs abgekommene Schulklasse herfallen wollte, ins Meer. Die Zwillings-Raupen schwimmen unbeschadet zur nach Atomtests strahlenverseuchten, nach dem Willen der Autoren in der Nähe von Indonesien gelegenen Beiru-Insel (Infant Island) zurück, wo sie unter der Aufsicht der daumengroßen Mosura-Priesterinnen zu würdigen Nachfolgern der ersten Mosura reifen werden.
Fazit: In Fankreisen gilt dieser Film als Höhepunkt der ersten GODZILLA-Staffel: Er vereinigt eine wilde, unberechenbare Riesenechse mit dem märchenhaften Charme des ersten MOSURA / MOTHRA-Films von 1961 einschließlich dem Auftritt der Zwillingsschwestern Ito, der daumengroßen Priesterinnen des gigantischen Falters. Eineiige Zwillinge sind in Japan eine Rarität und so erfreuten sich die Darstellerinnen Yumi und Emi Ito auch bei ihren Schlagerauftritten großer Beliebtheit. (Im deutschen Fernsehen waren die beiden sogar einmal mit Caterina Valente zu sehen) Selbst das menschliche Drama in Shinichi Sekizawas Drehbuch hält der Monsterschlacht stand. Hervorragend Yoshifumi Tajima als geldgieriger Impresario Kumayama, der Mosuras nach einem Sturm in Japan gestrandetes Riesenei ausstellen will und Kenji Sahara als sein noch geldgierigerer Hintermann Jiro Torahatta. Eindrucksvoll gestaltet ist der Kampf zwischen Godzilla und Mosura: Tsuburayas Kameraleute verwendeten ein High-Speed-Objektiv in Verbindung mit einem Stroboskop-Effekt, der den Bewegungen der Monstren eine fast Stop-Motion-ähnliche Qualität verleiht. Ausnahmsweise ist die amerikanische Fassung, die gegen Ende der ersten Godzilla-Welle, mit zehnjähriger Verspätung, auch in deutschen Kinos zu sehen war, in einer Sequenz vollständiger als die japanische Version: Eigens für den amerikanischen Markt wurde ein Angriff von US-Zerstörern gegen den die Küste verunsichernden Godzilla gedreht. In einer anderen Szene gerät der Godzilla-Kopf, der wie ein Helm von Haruo Nakajima getragen wurde, versehentlich in Brand. Die Einstellung blieb im Schnitt erhalten.