Gidorra - Befehl aus dem Dunkel / Godzilla vs. Monster Zero

Kaiju Daisenso (= Der Riesenmonster Krieg) / Monster Zero

Japan 1965 (Deutschland 1967)

Regie: Inoshiro Honda
Produktion: Toho Company Ltd / Tomoyuki Tanaka / Henry G. Saperstein / Reuben Bercovitch
Buch: Shinichi Sekizawa
Kamera: Hajime Koizumi
SpFX: Eiji Tsuburaya
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Nick Adams (Astronaut F. Glenn)
    Kumi Mizuno (Yoki Namikawa)
   Akira Takarada (Astronaut K. Fuji)
    Keiko Sawai (Haruno Fuji)
   Akira Kubo (Erfinder Tetsuo Teri)
   Jun Tazaki (Dr. Sakurai)
   Yoshio Tsuchiya (Nummer Eins)
   Haruo Nakajima (Godzilla)
   Masashi Shinohara (Radon)
   Shoichi Hirose (Ghidorah)
Originallänge: 94 min
Deutsche Länge: 81 min
Filmverleiher: Constantin Film / Kristall Film Verleih
Video: Starlight (Cut)
DVD: MAWA Cine Plus VCL (Cut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Die amerikanisch-japanische P-1-Raumexpedition der Astronauten Glenn und Fuji ergibt, dass der unbekannte Planet, Alpha 707 (Planet X), den man hinter dem Jupiter geortet und von dem man Funksignale empfangen hat, nicht nur bewohnt ist, sondern das seine Bewohner den Menschen auch technisch haushoch überlegen sind. Doch werde ihre Zivilisation, bemerkt die, Nummer Eins, der Alphas, von einem dreiköpfigen Weltraumungeheuer heimgesucht, das bei ihnen unter dem Namen Monster Zero, auf der Erde als King Ghidorah bekannt ist. Er erbittet von den Astronauten die Erlaubnis, auf die Erde zu kommen und die Monster Godzilla und Radon zu lokalisieren. Nur sie allein würden mit einem schlimmen Gesellen wie Ghidorah fertig werden. Die irdischen Behörden sind einverstanden, die beiden Ungeheuer werden in Vakuumblasen eingeschlossen und von Alpha-Raumschiffen auf ihren Planeten transportiert. Der Kampf der Ungeheuer währt nicht lange. Schon nach wenigen Minuten räumt Ghidorah lustlos das Feld. Die Erdastronauten und Dr. Sakurai, ihr Vorgesetzter, die das Schauspiel verfolgt haben, dürfen mit einem Tonband zur Erde zurückkehren, das angeblich die Formel für eine Wunderdroge enthält, die alle Krankheiten kuriert, in Wirklichkeit jedoch nur ein Ultimatum an die Menschheit birgt: Da Wasser auf Alpha 707 knapp ist, haben die Alpha Leute ein Auge auf die Erde geworfen und verlangen von der Menschheit, dass sie sich freiwillig zur Alpha-Kolonie erklärt und binnen 24 Stunden in wasserarme Regionen zurückzieht. Jetzt lassen die Alphas, ein gleichgeschaltetes, absolut uniformes System unter dem Diktat allgegenwärtiger Computer, die Katze aus dem Sack. Sie wollten sich nur mühelos der Monstren bemächtigen, um sie gegen die Erde einzusetzen. Fieberhaft wird nach einem Ausweg gesucht. Eine Miss Namikawa genannte Alpha-Bewohnerin, die zur Fünften Kolonne der Außerirdischen gehört, sich aber in Glenn verliebt hat, gibt, bevor sie von ihren Genossen exekutiert wird, einen entscheidenden Hinweis: Die Alphas haben sehr empfindliche Ohren und sind gegen das unglaubliche Geräusch einer höchst alarmierenden Lärm- und Schalldose allergisch, die der junge Tetsuo Teri, der Liebhaber von Fujis Schwester, erfunden hat und die jede Damenhandtasche absolut diebstahlsicher macht. Über Lautsprecher wird das Geräusch so verstärkt, dass die angreifenden UFOs ins Trudeln geraten und explodieren. Die Magnetwellen, mit denen sie Godzilla, Radon und auch Ghidorah kontrollieren, werden mit einer eilig entwickelten Anti-Magnetwellenkanone unterbrochen und die Ungeheuer fallen übereinander her. Godzilla und Radon schlagen Ghidorah endgültig in die Flucht.
Fazit: KAIJU DAISENSO war die zweite Toho-Koproduktion mit UPA-Chef Henry G. Saperstein und seinem Star Nick Adams. Toho konzipierte den Film als direkte Fortsetzung des in Deutschland nicht gezeigten All-Star-M onster-Movie SAN DAIKAI]U - CHIKYU SAIDAI NO KESSEN / GHIDRAH, THE THREE-HEADED MONSTER (1964). Bis auf Mosura, die im vorangegangenen Film eine wichtige Rolle hatte, waren wieder alle versammelt: Godzilla, Radon und das Weltraumungeheuer King Ghidorah. Ghidorah war eines der am schwierigsten zu kontrollierenden Toho-Monster. Für Flugszenen wurde das Kostüm von einem Kran, der sich außerhalb des Bildfelds befand, hochgehievt. Auch sonst war ein exzellentes Marionettenspiel gefragt, um die drei Köpfe der Bestie zu manipulieren. Der Mann im Kostüm war der durchtrainierte Shoichi Hirose, der Riesengorilla aus KINGU KONGU TAI GO]IRA: Ich war zwölf oder dreizehn Tage in dem Anzug, wenn ich mich recht erinnere. In dem Kostüm war eine Stange. Daran konnte ich mich festhalten und ging halb gebückt. Aber diese Haltung war verdammt anstrengend. Nebenbei wog das Kostüm so einiges 80 Kilo. Es hatte drei Köpfe, zwei Schwänze und zwei Flügel und jedes Teil wurde über Drähte kontrolliert. Erstmals wurde in großem Stil aus älteren Filmen zitiert: Nicht nur Elemente aus dem letzten GHIDORAH-Film wurden eingefügt, nein, es wurde auch eine längere Passage aus dem ersten RADON auf Scope-Format umkopiert. Anzeichen einer Sparpolitik sind spürbar, die einige Jahre später erdrückend wurde. Dennoch ist die optische Brillanz immer noch beeindruckend, zumal für die Trickkombinationen ein neuer optischer Printer, der Oxberry 1200, angeschafft worden war, ein Gerät, wie es 1965 sonst nur Disney hatte. Die Aliens, die sich in diesem Film der Monster bedienen, konnten direkt aus Tohos CHIKYU BOEIGUN / THE MYSTERIANS (1957) entlehnt sein, wo sich die Außerirdischen, auch hier unter dem Kommando von Yoshio Tsuchiya, in einer Sequenz eines Riesenroboters (Mogera) bedienen. Um sich der Aggressoren zu erwehren, bedienen sich die vereinten irdischen Streitkräfte einmal mehr in größter Eile erfundener Wunderwaffen - der sogenannten A-Cycle-LightRay-Tanks (Vorläufer der in SANDA TAI GAIRA eingesetzten Maser-Kanonen), die als bald in japanischen Spielzeugläden als Bausätze erhältlich waren. Es war der letzte Film, bei dem hinter den Trickkulissen das klassische Team vertreten war. Tsuburaya war entschlossen, sich sukzessive vom starren Apparat der Toho zu lösen und sich den Fernsehserien seiner eigenen Tsuburaya Productions zu widmen. Als Nachfolger wollte er seinen engen Vertrauten und Kameramann Teisho Arikawa einarbeiten, aber es war offenkundig, dass der weit weniger Einfluss auf die Entschlüsse der Firmenleitung haben würde als das alte Schlachtross Tsuburaya. Die deutsche Edition ist ein Kuriosum: Der Film wurde als frei nach Hans Dominik annonciert, aber lediglich der deutsche Verleihtitel BEFEHL AUS DEM DUNKEL war einem Buch dieses Science-Fiction-Autors entnommen. Die deutsche Fassung selbst war vom Aventin Filmstudio gekürzt worden, zum einen um Verweise auf den hierzulande unbekannten ersten Teil zu löschen, zum anderen um Szenen zu tilgen, die den hiesigen Bearbeitern unfreiwillig komisch erschienen: Aufnahmen vom Transport der Monster nach Planet X; Godzillas Siegessprung (Gotira Shie oder Godzilla Jig) nach der Überwindung von Ghidorah auf Planet X (eine Idee nach dem Vorbild des damals populären Comics AHSO MATSU-KUN, die Tsuburaya von Tsuchiya vorgeschlagen worden war); vor allem Ghidorahs Flucht am Schluss des Films, nachdem er der Allianz von Godzilla und Radon unterlegen ist.