Gappa - Frankensteins fliegende Monster

Gappa - Invasion der fliegenden Bestien

Daikyoju Gappa (= Riesenbiest Gappa)

Japan 1967 (Deutschland 1971)

Regie: Haruyasu Noguchi
Produktion: Nikkatsu Corp. / Hideo Koi
Buch: Iwao Yamazaki
Kamera: Muneo Ueda
SpFX: Akira Watanabe
Musik: Saitaro Omori
Darsteller: Tamio Kawaji (Reporter Hiroshi Kurosaki)
    Yuko Yamamoto (Fotograf Itoko Koyanagi)
   Kokan Katsura (Sanburo Hayashi)
    Keisuke Yukioka (Präsident Funazu)
   Saburo Hiromatsu (Hosoda)
   Shiro Oshimi (Oyama)
   Yuji Kotaka (Biologe Taizo Tonooka)
   Tatsuya Fuji (Dr. Machida)
   Yuji Odaka (Dr. Aihara)
Originallänge: 87 min
Deutsche Länge: 81 min 
Filmverleiher: A.B. Filmverleih / Apollo Film
DVD: Mo Asia (?) 
Video: ITT (Cut) 
Beschlagnahmt:     
Handlung: Eine Pazifikinsel, die den geheimnisvollen Namen Obelisk trägt, soll einer Gruppe Japaner als Ressort für die Beschaffung seltener tropischer Tiere und Pflanzen dienen. Mit der Ausbeute will der einschlägig bekannte Zeitungsverleger Funazu den Freizeitpark, PIaymate Land bereichern, den er vor den Toren Tokios zu bauen gedenkt. Eine riesige Steinstatue sollte jedem Eindringling, der die Insel betritt, aber unmissverständlich signalisieren: Hier ist verbotenes Terrain, hier ist Tabu. Die Forscher missachten es und entdecken in einer Höhle ein ungewöhnlich großes Ei, aus dem ein geflügeltes Reptil schlüpft. Trotz der Proteste der Eingeborenen, die den Zorn ihres Gottes Gappa fürchten, nehmen die Forscher das Jungtier mit nach Japan, wo das Monsterbaby die Hauptattraktion des Freizeitparks werden soll. Aber sie haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht, nicht mit den Eltern des Tieres gerechnet. Die machen sich in einem Vulkanausbruch Luft, verfolgen das Schiff und fallen über Tokio mit der Macht der apokalyptischen Reiter herein. Nachdem mehrere Stadtteile der Metropole dem Erdboden gleichgemacht sind, besinnt sich der von den Wissenschaftlern mitgenommene Eingeborenenjunge Saki, der sich mit des Verlegers Töchterlein angefreundet hat, auf Rat: Die Gappas wollen nur ihr Baby. Mit Hubschraubern wird das Kleine zum Haneda-Airport gebracht, eine Tonbandaufzeichnung seines Gekreisches wird mit Lautsprechern übertragen, damit es die Gappas in ihrer Zerstörungswut auch mitbekommen und vereint kann die monströse Familie den Rückflug auf die Obeliskeninsel antreten.
Fazit: Nachdem sich Eiji Tsuburaya zugunsten seiner Tsuburaya Productions mehr und mehr von der Toho löste, versuchte auch sein langjähriger Art Director Akira Watanabe sein Glück gelegentlich bei anderen Firmen. Mit seiner Idee GAPPA wurde er bei Nikkatsu fündig. Der Kreislauf, den dieses Projekt thematisch beschreibt, ist interessant: Während Eugene Lourie THE BEAST FROM 20,000 FATHOMS drehte, der GO]IRA inspirierte, inspirierte GO]IRA wiederum Louries GORGO, den die King Bros., nachdem sie zwei Toho-Filme im Westen ausgewertet hatten, 1959 in Englands MGM Studios herstellten. In GORGO und genau das ist auch der Ausgangspunkt für GAPPA - wird ein zwanzig Meter großes Monsterjunges um schnöden Mammons willen aus Irland nach London verschifft, was die 60-Meter-Mama auf den Plan ruft. Watanabe ersetzte London lediglich durch Tokio und die Saurier der King-Brüder durch undefinierbare Riesenvögel. Wie nicht anders zu erwarten bei Watanabe, geht in Tokio eine Menge Modell zu Bruch, aber die Monsterkostüme sind krud, die Flugeffekte unbeholfen - und sehr oft wurde nicht mit HighSpeed gedreht, so das die Miniaturen leicht als solche erkennbar sind. Alois Brummer, Produzent und Verleiher der GRAF-PORNO-Filme, versuchte mit diesem Film erstmals, an den Erfolg der Constantin-Filme an zuknüpfen. (Übrigens ist die amerikanische Version dieses Films berüchtigt für folgende geradezu ungeheuerliche Dialogzeile: The Monsters are invading the City! Fortunately they're in the Negro section of Town.)