Frankensteins Höllenbrut / Godzilla gegen Frankensteins Höllenbrut

Godzilla und die Riesenkäfer / Godzilla On Monster Island

War Of the Monsters / Chikyu Kogeki Meirei - Gojira Tai Gaigan

(= Befehl zerstört die Erde - Godzilla gegen Gigan)

Japan 1972 (Deutschland 1973)

Regie: Jun Fukuda
Produktion: Toho-Eizo Co Ltd / Tomoyuki Tanaka
Buch: Shinichi Sekizawa
Kamera: Kiyoshi Hasegawa
SpFX: Teruyoshi Nakano
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Hiroshi Ishikawa (Gengo Kodaka)
    Yuriko Hishimi (Tomoko Tomoe)
   Tomoko Umeda (Machiko Shima)
    Minoru Takashima (Seisaku Takasugi)
   Kunio Murai (Takeshi Shima)
  Toshiaki Nishizawa (Sekretär Kubota)
  Wataru Ohmae (Angestellter)
  Haruo Nakajima (Gojira)
  Kengo Nakayama (Gaigan)
   Kanta Ina (Kingu Ghidorah)
   Koetsu Omiya (Angilas)
Originallänge: 89 min
Deutsche Länge: 80 min
Filmverleiher: Constantin Film
Video: Starlight (Uncut)
DVD: MAWA Cine Plus VCL (Uncut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Die eigenwilligen Manga- und Monsterstrips des glücklosen Comiczeichners Gengo Kodaka stoßen bei Verlegern auf, gelinde gesagt, wenig Gegenliebe: was folgender Dialog beweist: Manga-Herausgeber: Was soll Shukra überhaupt für ein Ungeheuer sein? Gengo: Ich hab mir gedacht: das Ungeheuer der Schulaufgaben. Manga-Herausgeber: Was ist denn das für ein Blödsinn? Gengo: Na, Sie haben mir doch erzählt, dass alle Kinder, die Sie gefragt haben, auf der Welt nichts so sehr hassen wie ihre Schulaufgaben und da hab ich mir gedacht, das wär doch ein Ungeheuer wert! Manga-Herausgeber: Sie haben vielleicht eine blühende Phantasie. Gefällt mir aber trotzdem nicht. Das ist viel zu einfältig. Dieser Gengo also wird überraschend von den Planern eines Weltkinderlandes, das vor den Toren von Tokio entsteht, unter Vertrag genommen. Er soll seiner Phantasie freien Lauf lassen und neue, unbeschreibliche Monstrositäten entwickeln. In der Mitte des Parks entsteht nämlich ein fünfzig Meter hoher Godzilla-Turm, in dem man allerlei Monsterfiguren ausstellen möchte. Gengo und seine Freunde finden allerdings heraus, dass das Wunderland nur eine Fassade für die Aktivitäten außerirdischer Invasoren ist, riesiger Mistkäfer und Küchenschaben, die nach der Verschmutzung ihres eigenen Planeten (Wir sind eine Spezies, die unter den denkbar schlimmsten Bedingungen existieren kann) die Erde übernehmen wollen und nur zeitweilig, der besseren Tarnung halber, menschliche Gestalt angenommen haben. Als sie sich stark genug fühlen, beordern sie die Monstren Ghidorah und Gaigan, einen kampfstarken Rüpel, zu ihrer Basis, von wo aus der Angriff gestartet werden soll. Die Hilfeschreie der Menschheit bleiben jedoch nicht ungehört: Godzilla und Angilas verlassen ihre Monsterinsel, um den Kampf gegen die Invasoren und Weltraumungeheuer aufzunehmen.
Fazit: Nachdem prätentiösen HEDORA-Film begann mit diesem hier der endgültige Abstieg der Serie, künstlerisch wie auch pekuniär. Die japanische Filmindustrie war in eine schwere Krise geraten, und einmal mehr musste Spezial-Effekts Regisseur Teruyoshi Nakano seine Zuflucht in reichlich Archivmaterial nehmen, das er in die neu gedrehten Monster- und Zerstörungsszenen einschneiden musste. Ganze Sequenzen übernahm er aus GHIDRAH, THE THREE-HEADED MONSTER und DESTROY ALL MONSTERS. Nach eigenem Bekunden tat er sein Bestes, aber viele Bilder passen einfach nicht mehr zusammen: Der agile King Ghidorah von 1964 lässt sich nicht mit dem steifen, kaum mehr beweglichen der neuen Szenen vergleichen und schon gar nicht kombinieren. Nakano zeigt sich einsichtig und teilt den Zorn der Fans: Natürlich hat es mich verletzt, diese alten Szenen einfügen zu müssen, aber es gab keine andere Möglichkeit - wir haben weder die Zeit noch das Geld, um ausreichend neue Szenen zu drehen. Also versuchte ich die verfahrene Situation als Herausforderung zu verstehen: Auf welche Weise konnte man das alte Material kreativ in eine völlig neue Szene schneiden? Das Design des Weltraumcyborgs Gaigan, komplett mit eingebauter Kreissäge, war der letzte Beitrag, den der altgediente Akira Watanabe für den Toho-Monsterzoo leistete. Am schlechtesten erging es jedoch Godzilla selbst: Man verwendete immer noch den für DESTROY ALL MONSTERS geschaffenen Anzug, der mit 80 Pfund etwas leichter war als seine Vorgänger und wenn man genauer hinsieht, findet man Hinweise auf die hastig durchgeführten Reparaturen. Für Haruo Nakatima war es der letzte Film als Godzilla. Er hatte mit Tsuburayas Tod die Begeisterung verloren und außerdem war er jetzt 43, zu alt für die unerträglichen Wochen im Monsteranzug, die er durch Auftritte als Kleindarsteller in anderen Filmen kompensierte.