Godzilla - Duell der Megasaurier / Godzilla vs. King Ghidora

Gojira Tai Kingu Ghidora (= Godzilla gegen King Ghidora)

Japan 1991 (Deutschland 1992)

Regie: Kazuki Omori
Produktion: Toho Company Ltd / Tomoyuki Tanaka
Buch: Kazuki Omori
Kamera: Yoshinoru Sakiguchi
SpFX: Koichi Kawakita
Musik: Akira Ifukube
Darsteller: Kousuke Toyohara (Kenichiro Terasawa)
    Anna Nakagawa (Emi Kano)
   Megumi Odaka (Miki Saegusa)
    Kiwako Harada (Chiaki Morimura)
   Tokuma Nishioka (Takehito Fujio)
  Shoji Kobayashi (Ryuzo Dobashi)
  Yoshio Tsuchiya (yasuaki Shindo)
  Richard Berger (Grenchiku)
  Kenpachiro Satsuma (Gojira)
   Hurricane Ryu (Kingu Ghidora)
   Wataru Fukada (Gojirasaurus)
Originallänge: 103 min
Deutsche Länge: 103 min
Filmverleiher: Metropol Filmverleih
Video: Empire (Uncut) / United Video (Uncut)
DVD: Astro Best Entertainment (Uncut)  / Marketing (Uncut)
Beschlagnahmt:     
Handlung: Wir schreiben das Jahr 1992. Das Erscheinen eines unbekannten Flugobjekts über Tokio sorgt für Wirbel. Das Militär wird in Alarmbereitschaft versetzt, das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Die drei Besatzungsmitglieder des UFOs, Grenchiku, Wilson und Emi Kano, kommen jedoch nicht von einem fernen Planeten, sondern sind Zeitreisende aus der Zukunft, aus dem 23. Jahrhundert. Sie sind fest entschlossen, auf das, was für sie Vergangenheit ist, Einfluss zu nehmen und die Geschichte in ihrem Sinne zu korrigieren. Sie bringen vor, dass Godzilla im 21. Jahrhundert ein Kernkraftwerk zerstören und Japan durch radioaktiven Fallout gefährdet werden würde. Derweil beschäftigt sich Kenichiro Terasawa, ein junger Autor, mit dem Ursprung des Godzilla-Mythos. (Übrigens wird er, wie die Zeitreisenden wissen, ein Standardwerk über das Monster veröffentlichen, das viele Fakten, die uns aus dem ersten Film vertraut sind, in einem neuen Licht erscheinen lässt.) Nach seinen Recherchen ist Godzilla mit einem Dinosaurier identisch, der während des Zweiten Weltkriegs auf den Ragos-Inseln im Marshall Archipel zugunsten einer japanischen Einheit eingegriffen und die einfallenden Amerikaner am 6. Februar 1944 in die Flucht geschlagen haben soll. Dieser Saurier, so Terasawas Erkenntnisse, sei zehn Jahre später durch Nuklearversuche in das Wesen mutiert, das unter dem Namen Godzilla bekannt ist. Der damalige kommandierende General und heutige Wirtschaftskapitän Yasuaki Shindo kann die Geschichte bestätigen. Die Zeitreisenden bieten Terasawa an, ins Jahr 44 zu reisen und den Saurier in eine Region zu teleporten, wo keine Atomexperimente stattfinden werden, so dass er nicht mehr zu Godzilla dem Schrecklichen werden kann. Terasawa, die telepathisch hochbegabte Miki Saegusa, die bei solchen Gelegenheiten nie fehlen darf, sowie der obligate Paläontologe begleiten die Menschen aus der Zukunft. Tatsächlich können sie auf den Ragos-Inseln den letzten Saurier einfangen. Ins Jahr 1992 zurückgekehrt, ist die Mission zur Zufriedenheit der Menschheit erfüllt: Es gibt keinen Godzilla! Das heißt, sie ist nicht ganz zufriedenstellend erfüllt, denn statt Godzilla verunsichert jetzt ein dreiköpfiges Flugungeheuer den Pazifikraum. Jetzt wird klar, was die Zeitreisenden im Schilde führen: Um zu verhindern, dass sich Japan im 23. Jahrhundert an die Spitze der Wirtschaftsnationen setzt und zur Weltmacht aufsteigt, haben sie in einem unbemerkten Augenblick auf der Pazifikinsel drei Gremlins, sogenannte Doratos, Kuscheltiere der Zukunft, ausgesetzt, die unter den später gegebenen radioaktiven Bedingungen in ein einziges aber riesiges Ungeheuer, King Ghidorah, mutiert sind. Da man so nicht gewettet haben will, werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Godzillas Existenz für die Zukunft doch noch sicherzustellen. Glücklicherweise kommt es in den siebziger Jahren im Beringmeer zu einer folgenschweren Havarie auf einem Atom-U-Boot und der den japanischen Truppen damals so freundlich gesonnene Godzillasaurus wird nun doch noch, zwei Jahrzehnte später, einer gehörigen radioaktiven Dosis ausgesetzt. Als Godzilla auftaucht, büßt Ghidorah gleich einen seiner drei Medusenköpfe ein und stürzt auf der Flucht ins Meer. Doch nun ist es wieder der gleiche alte Saurier, der traditionellerweise Japan tyrannisiert, wobei er erst einmal - als Appetizer - mit Sapporo vorlieb nimmt. Also muss man wieder die Zähne zusammenbeißen, eine Drehung um 180 Grad machen und den Teufel mit dem Beeizebub austreiben. Nachdem die reichlich amerikanischen Herren Wilson und Grenchiku dank Godzilla nicht mehr am Leben sind, kehren Emi, die sich endlich zu ihrer halbjapanischen Identität bekennt, und M-11, ein Android, in die Zukunft zurück, lokalisieren King Ghidorah auf dem Meeresgrund, ersetzen den verlorenen Kopf durch einen synthetischen und machen den auf diese Weise zu Mecha-Ghidorah gewordenen Cyborg wieder flugfähig. Solcherart kann er, von Emi gebändigt und gesteuert, im Jahr 1992 Godzilla erneut angreifen und mit ihm fertig werden.
Fazit: Ein Monster kommt selten allein. Elf Millionen Dollar Produktionskosten wollen schließlich verbraten sein. Und die überwiegend tumbe Tricktechnik des zwischen 1944, 1992 und 2204 hin und herbeamenden Grusicals grober Strickart kann so viel Geld nicht gekostet haben. Immerhin: Einige putzig-pappige Schlachtszenen sowie unfreiwillig komisches Philo- und Politgeplapper sorgen für Plasier. Seiner unterschwelligen Antiamerikanismen wegen lief dieser Film, obwohl er zu den besten der neuen Staffel gehört, nicht in den USA.